Letzte Woche war ich zusammen mit meinen Freunden, Daniel, Lisa und David in einem kleinem, gemütlichem spanischen Restaurante ganz in der Nähe, direkt neben einer Panaderia, einer spanischen Bäckerei. Es war Daniels und Lisas dritter Jahrestag, anlässlich dessen sie uns eingeladen hatten. Das Restaurante hatten sie gewählt, weil sie in Spanien zusammen gekommen waren.
Wir waren auf Klassenfahrt in Barcelona und es war da letzte Abi-Jahr. Natürlich mussten ein bisschen Kultur über uns ergehen lassen und haben so ziemlich jede Sehenswürdigkeit mitgenommen: Den Park Güell, die Casa Batlló und die Sagrada Familia, um nur ein paar zu nennen. Wobei einige der Bauten im Nachhinein betrachtet ziemlich beeindruckend waren und sind. Doch damals hatten wir eher Augen für das Camp Nou, die Ramblas mit den Blumenläden, Straßenmusikanten und Cafeterías und für Diskotheken.
Nur Daniel hatte seit ein paar Wochen ein größeres Problem. Er war total in Lisa verliebt, aber zu schüchtern um mit ihr zu reden und es ihr zu gestehen. Doch auf der Fahrt sollte sich etwas ändern.
Lisa hat einen großen Faible für Blumen. Selbst im Winter, hat sie fast immer eine Rose oder Nelke ins Haar gesteckt. Und natürlich kam sie nicht umhin, sich in den Blumenläden auf den Ramblas umzusehen. Ganz besonders interessant war ein kleiner Laden mit Namen „Flores y Plantas de Pedro“. Der Inhaber, Pedro, hatte Blumen und Zierpflanzen aus ganz Europa. Besonders angetan war Lisa jedoch von den beinahe schon blutroten Rosen. Laut Predro stammten sie aus Frankreich, dem Land der Liebe, auch wenn wir ihm das nicht so ganz glaubten. Die Rosen wären wunderbar geeignet für einen „Vivero“, einen Pflanzgarten, doch für Lisa waren sie ein wenig zu teuer.
Und da ergriff Daniel seine Chance.
Die Hälfte der Klasse wollte am Abend in eine der Diskotheken, doch Daniel hatte die Idee, vorher in spanisches Restaurante zu besuchen. Wir willigten und trafen uns vor einem Restaurant in der Innenstadt, in der Nähe des Blumenladens, was uns allerdings erst später bewusst wurde. So stürmten wir also mit gut einem Dutzend Schülern das Restaurant. Es war klein und gemütlich, und sehr schön dekoriert. Es gab unterschiedliche Blumen, die in Korben gepflanzt waren und so einen natürlichen Sichtschutz zu anderen Tischen boten. Der Kellner erklärte uns auf unser Staunen hin, dass die Gebilde von einer „Jardinería“, einer Gärtnerei, ganz in der Nähe eigens für das Restaurante gefplanzt und teilweise gezüchtet wurden.
Wir ließen es uns im Restaurant gut gehen, probierten allerhand spanische Speisen aus. Und plötzlich tauchte Pedro, der Blumenverkäufer, im Restaurant auf. Und er hatte einen ganzen Strauß dieser dunklen, roten Rosen dabei. Diesen übergab er Lisa, die völlig außer sich war. Und da stand Daniel auf, fasste sich endlich ein Herz und gestand Lisa seine Liebe.
Und zu diesem Anlaß waren wir nun 3 Jahre später in einem kleinen spanischen Restaurant bei uns in der Nähe und ließen es uns wieder gut gehen. Pedro tauchte diesmal nicht auf, aber seinen Teil in der Geschichte hatte er vor 3 Jahren erfüllt.